FuE-Personal im Staatssektor (wissenschaftliche Einrichtungen des öffentlichen Sektors)

Forscherinnen im Staatssektor

Der Bereich Forschung und Entwicklung (im Folgenden kurz FuE) erstreckt sich über den Wirtschafts-, Hochschul- und Staatssektor. Ein allgemeiner Überblick über Frauen in Forschung und Entwicklung sowie ein Vergleich der drei Sektoren findet sich hier: Frauenanteil an FuE-Personal.

Der Staatssektor beinhaltet öffentliche Einrichtungen für Wissenschaft und FuE, gemeinsam von Bund und Ländern geförderte Einrichtungen für Wissenschaft und FuE, sonstige öffentlich geförderte Organisationen ohne Erwerbszweck für Wissenschaft und FuE sowie wissenschaftliche Bibliotheken und Museen. Im Vergleich zu den anderen beiden Sektoren im Bereich FuE ist der Staatssektor – gemessen an der Gesamtzahl des dort arbeitenden FuE-Personals – der kleinste Sektor: Im Jahr 2023 sind 122.894 der 824.396 in Forschung und Entwicklung tätigen Personen* an öffentlichen Einrichtungen und anderen von Bund und/oder Ländern geförderten Einrichtungen und Organisationen (ohne Erwerbszweck für Wissenschaft und FuE), sowie in wissenschaftlichen Bibliotheken und Museen beschäftigt. Das entspricht insgesamt einem Anteil von 14,49 Prozent. Aus der Gruppe des gesamten wissenschaftlichen Personals (Forschende) in Forschung und Entwicklung arbeiten 13,2 Prozent in diesem Sektor (nicht grafisch dargestellt).  

Im Folgenden liegt der Fokus auf den Forschenden (wissenschaftliches Personal) im Staatssektor. Im Jahr 2023 gibt es dort insgesamt 42.265 Forscher und 23.682 Forscherinnen: Damit ist etwas mehr als jede*r dritte Forschende eine Frau (Frauenanteil 35,9 Prozent). „Forschende“ sind gleichzusetzen mit dem wissenschaftlichen Personal und sind Fachkräfte, die mit der Konzipierung und Hervorbringung neuer Kenntnisse befasst sind. In der Regel verfügen Forscher*innen über einen Hochschulabschluss. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich ihre Zahl im Staatssektor mehr als verdoppelt. Der prozentuale Frauenanteil ist von 24,9 Prozent im Jahr 2003 um 11 Prozentpunkte gestiegen. Zum Jahr 2023 stagnierte der Frauenanteil erstmals seit dem Jahr 2014.

Forscherinnen im Staatssektor nach Einrichtungsgruppe

Differenziert man die Forschenden im Staatssektor nach Einrichtungsgruppen, zeigt sich, dass der Frauenanteil in wissenschaftlichen Bibliotheken und Museen am größten ist. Mehr als die Hälfte (58,3 Prozent) des wissenschaftlichen Personals für Forschung und Entwicklung sind hier Frauen. Die Einrichtungsgruppe der wissenschaftlichen Bibliotheken und Museen ist mit insgesamt 1.481 Forschenden die kleinste Einrichtungsgruppe.   

Bei den anderen Einrichtungsgruppen liegen die Frauenanteile jeweils zwischen 30 und rund 40 Prozent. Mehr als 70 Prozent der Forschenden im Staatssektor (47.614 von insgesamt 65.844) arbeiten in den gemeinsam von Bund und Ländern geförderten Einrichtungen für Wissenschaft bzw. Forschung und Entwicklung (Helmholtz-Zentren, Institute der Max-Planck-Gesellschaft, Institute der Fraunhofer-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Akademien). Hier ist ein Drittel der Forschenden weiblich (Frauenanteil 33,7 Prozent). Rund ein Viertel des wissenschaftlichen Personals im Staatsektor verteilt sich auf die öffentlichen Einrichtungen für Wissenschaft und FuE (mit einem Frauenanteil von 41,3 Prozent) und die sonstigen öffentlich geförderten Organisationen ohne Erwerbszweck für Wissenschaft und FuE (mit einem Frauenanteil von 39,5 Prozent). 

* Die Anzahl der Forschenden wird als Vollzeitäquivalente und nicht als Anzahl an Personen angegeben. Ein Vollzeitäquivalent ist die tatsächliche von Beschäftigten in FuE für Forschung aufgewendete Arbeitszeit umgerechnet in Vollzeitkräfte.

Weiterführende Publikationen

Hinweise zu den Daten

Anleitung zum Download der Grafik und Daten:
Die Grafiken und die zu Grunde liegenden Daten können jeweils durch einen Linksklick auf die drei Striche rechts oben am Rand der Grafik heruntergeladen werden. Bei Weiterverwendung der Grafiken oder Daten bitten wir um Angabe der Quellen.

Datenquelle:  

  1. Entwicklung FuE-Personal im Staatssektor: Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Berechnungen; EUROSTAT, Datenbank FuE-Personal (rd_p); Statistisches Bundesamt ("GENESIS-Online Datenbank - 21811 Ausgaben, Einnahmen, Personal öffentlicher Forschungseinrichtungen", Sonderauswertung); Stifterverband Wissenschaftsstatistik; Datenportal BMFTR 2025: Tabelle 1.7.2 (BuFI 16): FuE-Personal nach Geschlecht, Sektoren und Personalgruppen (Vollzeitäquivalent)  
  2. FuE-Personal im Staatssektor nach Einrichtungsgruppe: Statistisches Bundesamt 2025: Ausgaben, Einnahmen, Personal öff. Forschungseinr.,  Tabelle 21811-0006: Personal für Forschung und Entwicklung (Vollzeitäquivalente): Deutschland, Jahre, Einrichtungsart, Personalgruppen, Geschlecht, Altersgruppen

Anmerkungen

Zu 1. Entwicklung FuE-Personal im Staatssektor

  • Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes
  • Staatssektor: öffentliche Einrichtungen für Wissenschaft und FuE, gemeinsam von Bund und Ländern geförderte Einrichtungen für Wissenschaft und FuE, sonstige öffentlich geförderte Organisationen ohne Erwerbszweck für Wissenschaft und FuE, wissenschaftliche Bibliotheken und Museen
  • Forschende: Forschungsgruppenleiter*innen bzw. Institutsleiter*innen, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen sowie Verwaltungspersonal mit Promotion, Masterabschluss oder Universitätsdiplom

Zu 2. FuE-Personal im Staatssektor nach Einrichtungsgruppe

  • Öffentliche Einrichtungen für Wissenschaft, FuE:
    Bundesforschungseinrichtungen, Landes- und kommunale Forschungseinrichtungen
  • Gemeinsam von Bund und Ländern geförderte Einrichtungen für Wissenschaft, FuE:  
    Helmholtz-Zentren, Institute der Max-Planck-Gesellschaft, Institute der Fraunhofer-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft ("Blaue Liste"), Akademien (lt. Akademienprogramm)
  • Sonstige öffentlich geförderte Organisationen ohne Erwerbszweck für Wissenschaft, FuE
  • Wissenschaftliche Bibliotheken und Museen:   
    Öff. geförderte wiss. Bibliotheken, Archive u. FIZ; Öffentliche wiss. Bibliotheken, Archive und FIZ; Wissenschaftliche Museen

Einschränkungen / Brüche in den Daten:  

  • Seit dem Berichtsjahr 2023 wendet das Statistische Bundesamt bei den Daten zum FuE-Personal im Staatssektor die Cell-Key-Methode zur Wahrung der statistischen Geheimhaltung an. Dadurch kann die ausgewiesene Gesamtzahl der Forschenden von der Summe der ausgewiesenen männlichen und weiblichen Forschenden abweichen. Für die eigene Berechnung der Frauenanteile wurden die ausgewiesenen Werte für Männer und Frauen verwendet.