Bei der Nutzung des Internets und im Umgang mit digitalen Geräten und Anwendungen gibt es weiter Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Die Selbsteinschätzung, was die eigenen digitalen Kompetenzen angeht, weicht teilweise deutlich voneinander ab. Frauen zeigen sich insgesamt zurückhaltender, wollen sich aber neue Fähigkeiten aneignen. So sehen sich 88 Prozent der Männer in Deutschland in der Lage, eine E-Mail zu schreiben, bei den Frauen sind es 80 Prozent. 84 Prozent der Männer wissen nach eigenen Angaben, wie man im Internet erfolgreich nach Informationen sucht – und 77 Prozent der Frauen. Eine Kurznachricht per SMS oder Messenger-Dienst können 84 Prozent der Männer verschicken, bei den Frauen sagen das zehn Prozentpunkte weniger (74 Prozent).
Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.002 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde. Demnach nutzen 91 Prozent der Männer zumindest hin und wieder das Internet. Unter den Frauen sind es 84 Prozent. „Wir brauchen eine gleichberechtigte Teilhabe an der digitalen Welt. Dazu muss nicht nur mit veralteten Rollenbildern aufgeräumt, sondern Frauen jeden Alters und Mädchen sollten gezielt gefördert und ermuntert werden, sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen, und ihr Können auch selbstbewusst anzuwenden“, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. „Frauenförderung hat in der Wirtschaft einen wachsenden Stellenwert, aber wir müssen uns noch mehr anstrengen. Alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer Identität, müssen sich sicher und souverän in der digitalen Welt bewegen können.“

Besonders groß ist die digitale Kluft, wenn es um den Schutz vor Hackern oder Cyberkriminellen geht: 30 Prozent der Frauen geben an, ihre Geräte bzw. Accounts zum Beispiel mit Antivirenprogrammen oder starken Passwörtern schützen zu können. Bei den Männern sind es 43 Prozent. Gleichzeitig wünscht sich fast die Hälfte der Frauen (45 Prozent) zu diesem Thema mehr Kenntnisse. Ähnlich ist es bei der Fähigkeit, Fehler und technische Probleme bei den eigenen Geräten selbst zu beheben. 51 Prozent der Männer geben an, dies in der Regel selbst zu können, aber nur 37 Prozent der Frauen. Und auch hier wünscht sich mehr als ein Drittel der Frauen (35 Prozent), dies künftig selbst zu können. „Schon in der Schule müssen Mädchen und Jungen gleichermaßen Kompetenzen für die digitale Zukunft vermittelt werden – frei von jeglichen Klischees“, betont Dehmel.

Insgesamt begegnen auch mehr Frauen der digitalen Welt mit Skepsis als Männer. Fast jede fünfte Frau in Deutschland (19 Prozent) würde lieber in einer Welt ohne digitale Technologien leben. Unter den Männern sind es 14 Prozent. 54 Prozent der Frauen äußern die Angst, der technischen Entwicklung nicht mehr folgen zu können – und 48 Prozent der Männer.

Quelle: www.bitkom.org