Elsevier Gender Report 2024

Der kürzlich veröffentlichte Bericht „Progress towards Gender Equality in Research & Innovation – 2024 Review“ von Elsevier zeigt bedeutende Fortschritte und weiterhin bestehende Herausforderungen auf dem Weg zur Geschlechtergleichstellung in den Bereichen Forschung und Innovation.
Es wird auf die Beteiligung von Frauen und Männern an Forschung und die Karriereentwicklung in der Wissenschaft weltweit in den letzten 20 Jahren eingegangen.  

Die wesentlichen Ergebnisse des Berichts und die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen finden Sie hier zusammengefasst:  

  • In den letzten zwei Jahrzehnten konnten Fortschritte bezüglich des Anteils von Frauen in der Forschung erreicht werden. Im Jahr 2022 stellen sie 41 Prozent (verglichen mit 28 Prozent im Jahr 2001) aller aktiven Forschenden weltweit dar, mit starker Vertretung in den Gesundheitswissenschaften. Die Geschlechtergleichstellung hat sich jedoch nicht in allen Bereichen gleichermaßen entwickelt. So sind beispielsweise im Ingenieurwesen (Engineering) oder der Informatik (Computer Science) nur 28 bzw. 29 Prozent der Forschenden Frauen. 

  • Die Beteiligung von Frauen an der Forschung variiert erheblich je nach Land. In Portugal und Argentinien sind etwas mehr als die Hälfte (ca. 52 Prozent) der Forschenden Frauen, etwa 40 Prozent in den USA und Großbritannien sowie 33 Prozent in Indien. In Deutschland liegt der Frauenanteil bei den Forschenden bei 35 Prozent. 

  • Der durchschnittliche Anteil von Frauen, die Fördermittel erhalten, stieg weltweit von 29 Prozent im Jahr 2009 auf 37 Prozent im Jahr 2022. 

  • Der Fortschritt von Frauen ist besonders bemerkenswert, wenn Indikatoren für den gesellschaftlichen Einfluss betrachtet werden. Ihre Forschung wird eher als die von Männern in politischen Dokumenten zitiert. 

  • Messzahlen für den Forschungs-Output weisen Unterschiede auf und zeigen Bedarf für Änderungen. Über alle Forschenden hinweg sind Frauen weniger an Publikationen beteiligt als Männer; diese Lücke hat sich in all den Jahren nicht geschlossen. Publikationen von Männern werden im Durchschnitt häufiger zitiert; Frauen melden erheblich seltener Patente an als Männer. 

Handlungsempfehlungen: 

  • Verstärkung der Maßnahmen für mehr Gleichstellung in der Forschung.  

  • Priorität dafür, dass Frauen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, in mittleren und fortgeschrittenen Karrierestufen gehalten werden. 

  • Anreizstrukturen entwickeln, die Frauen dabei helfen, eine gleichberechtigte Rolle in der gesamten Forschungs- und Innovations-Wertschöpfungskette zu spielen (einschließlich Patenten und geistigem Eigentum). 

  • Anwendung eines breiten Spektrums von Indikatoren zur Messung der Wirksamkeit der Forschung, einschließlich der Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Politik. 

  • Weiterhin Daten zu Inklusion und Vielfalt sammeln und melden, um Fortschritte zu überwachen, Lücken zu erkennen, Maßnahmen zu bewerten und die Verantwortlichkeit zu fördern. 

Quelle: https://www.elsevier.com/de-de/insights/gender-and-diversity-in-research