In der Forschung und Entwicklung (FuE) sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert. Im Jahr 2023 sind 27,6 Prozent des gesamten FuE-Personals* weiblich. Damit ist der Frauenanteil im Vergleich zum Berichtsjahr 2021 (27,9 Prozent) sogar leicht gesunken.
Zum FuE‑Personal zählen sowohl das wissenschaftliche Personal (Forschende) als auch das technische und sonstige Personal. Unter den Forschenden ist der Frauenanteil zwar leicht gestiegen, liegt mit 24,3 Prozent jedoch weiterhin unter dem Anteil im technischen und sonstigen Personal (32,8 Prozent).
Große Unterschiede zwischen den FuE-Sektoren
Ein Blick auf die einzelnen FuE-Sektoren zeigt, dass sich der Frauenanteil unter den Forschenden nur geringfügig verändert hat, zugleich aber weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Sektoren bestehen.
Im größten FuE-Sektor, der Wirtschaft, sind im Jahr 2023 unter den 312.852 Forschenden nur 49.965 Frauen tätig, was einem Frauenanteil von 16,0 Prozent entspricht (2021: 15,3 Prozent). Zudem bestehen Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen: Die anteilig wenigsten Forscherinnen sind mit 14,3 Prozent im "Verarbeitenden Gewerbe“ beschäftigt. Gleichzeitig ist dies der Wirtschaftszweig mit den meisten Forschenden insgesamt. Den höchsten Frauenanteil weist der Wirtschaftszweig "Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“ mit 24,3 Prozent auf.
Der Hochschulsektor bleibt der Bereich mit dem höchsten Frauenanteil in der Forschung und Entwicklung. Im Jahr 2023 sind 39,3 Prozent der Forschenden in FuE weiblich. Es gab einen Anstieg um rund einen Prozentpunkt im Vergleich zum Berichtsjahr 2021. Der Wissenschaftszweig mit dem höchsten Frauenanteil ist die Medizin: Hier ist über die Hälfte der Forschenden weiblich (Frauenanteil 2023: 54,9 Prozent). Demgegenüber stehen die Ingenieurwissenschaften mit dem niedrigsten Frauenanteil von 22,4 Prozent.
Im kleinsten FuE-Bereich, dem Staatssektor, ist der Frauenanteil ebenfalls leicht gestiegen – von 35,5 Prozent im Jahr 2021 auf 35,9 Prozent im Jahr 2023. Besonders hoch ist der Anteil von Forscherinnen in wissenschaftlichen Bibliotheken und Museen: Dort sind 58,3 Prozent der Forschenden weiblich. Die mit Abstand größte Einrichtungsgruppe, die gemeinsam von Bund und Ländern geförderten Einrichtungen für Wissenschaft und FuE, verzeichnet mit 33,7 Prozent den geringsten Frauenanteil.
* Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten
Quelle: Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Statistisches Bundesamt, Stifterverband Wissenschaftsstatistik; Datenportal des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)