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Gleichstellung in der Forschung ist wichtiger Innovationsmotor

Anlässlich des Weltfrauentags sprach Bundesforschungsministerin Dorothee Bär im Max-Delbrück-Centrum (MDC) in Berlin mit Forscherinnen über Gleichstellung in Wissenschaft und Forschung.

Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Bär:

"Gleichstellung ist eine Notwendigkeit für die Innovations- und Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Sie ist ein zentraler Innovationsmotor. Wir können es uns nicht leisten, auf die Hälfte der klügsten Köpfe zu verzichten, wenn wir die großen Themen und Megatrends unserer Zeit erfolgreich angehen wollen. Sei es die Digitalisierung, die Weltraumforschung, die Medizin der Zukunft oder die Schlüsseltechnologien. Daher unterstützt das Bundesforschungsministerium gemeinsam mit den Ländern die Gleichstellung an Hochschulen mit dem Professorinnenprogramm 2030 sowie die Sichtbarkeit von Forscherinnen mit der Förderrichtlinie "Innovative Frauen im Fokus". Um das gesellschaftliche Bewusstsein für die Berücksichtigung von Geschlechteraspekten in der Forschung weiter zu stärken, konzipieren wir aktuell einen wissenschaftlichen Bundespreis für Geschlechterforschung, der noch in diesem Jahr ausgerufen werden soll."

Dazu erklärt Professorin Maike Sander, wissenschaftliche Vorständin und Vorstandsvorsitzende des Max Delbrück Center:

"Die Entdeckungen am Max Delbrück Center schaffen die Grundlagen für die Medizin der Zukunft. Dafür brauchen wir Talente, die sich für Innovationen begeistern und ihre Ideen einbringen – unabhängig von Geschlecht oder Herkunft. Insgesamt sind 60 Prozent unserer Forschenden Frauen. Auch bei den Gruppenleiterinnen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, sind wir erfolgreich. Bei den unbefristeten Professuren haben wir weiter Nachholbedarf. Deshalb fördern wir Wissenschaftlerinnen gezielt, etwa über Mentoring-Programme. Wir suchen weltweit nach außergewöhnlichen Kandidatinnen und sprechen sie an. Mehr als die Hälfte unserer Gruppenleiterinnen haben wir international rekrutiert. Für sie alle wollen wir ein inspirierendes Umfeld schaffen. Wir brauchen eine Wissenschaftskultur, in der Karrieren nicht von Rollenbildern geprägt werden, sondern von Neugier, Talent und Mut. Es gibt einiges zu tun."

Hintergrund

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert Gleichstellung und Chancengerechtigkeit in Wissenschaft und Forschung durch verschiedene Maßnahmen. Das Professorinnenprogramm von Bund und Ländern ist das zentrale Programm zur Förderung von Gleichstellung an den Hochschulen. Ziel des Förderprogramms ist es, die Anzahl der Professorinnen in Richtung Parität zu erhöhen, Wissenschaftlerinnen in der frühen Karrierephase auf dem Weg zur Lebenszeitprofessur zu fördern und in der Wissenschaft zu halten sowie die Gleichstellung von Frauen und Männern an den Hochschulen strukturell stärker zu verankern. Damit wird der notwendige Struktur- und Kulturwandel hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit an den Hochschulen nachhaltig gestärkt. Der aktuelle Frauenanteil an den Professuren liegt bei etwa 30 Prozent.

Mit der Förderrichtlinie "Innovative Frauen im Fokus" verfolgt das BMFTR das Ziel, wissenschaftliche Leistungen und innovative Ideen von Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen. Denn für einen spürbaren Wandel hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft sind weibliche Role Models, die Inspiration und Impulsgeberinnen für nachfolgende Generationen sein können, ein entscheidender Faktor. Unter anderem ist in diesem Rahmen die Ausstellung von Gesine Born: "Versäumte Bilder - Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen sichtbar machen" entstanden.

Basierend auf den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Weiterentwicklung der Geschlechterforschung in Deutschland arbeitet das BMFTR aktuell an der Konzeption eines wissenschaftlichen Bundespreises für Geschlechterforschung. Geplant ist die Auszeichnung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für herausragende Leistungen im Forschungsfeld Geschlechterforschung. Der Preis soll wissenschaftliche Exzellenz und gesellschaftliche Wirkung vereinen und einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das Verständnis, die Wertschätzung und die Bekanntheit des Forschungsfeldes in der Gesellschaft zu erhöhen