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Projekt MiA: Machtmissbrauch sichtbarer machen

MiA steht für "Machtmissbrauch in Academia sichtbar machen und präventiv begegnen" und erforscht die (strukturelle) Ausnutzung von Machtpositionen an Hochschulen.

Das Forschungsvorhaben "MiA" (Machtmissbrauch in Academia sichtbar machen und präventiv begegnen) zielt darauf ab, Machtmissbrauch an Hochschulen in seiner Komplexität empirisch zu erfassen, ihn sichtbar zu machen und darüber hinaus Handlungsempfehlungen zur Eindämmung von Machtmissbrauch zu entwickeln. 

Durch ein Mixed‐Methods‐Design werden die verschiedenen Formen von Machtmissbrauch in der Wissenschaft sowie die relevanten Strukturen und Mechanismen analysiert. Basierend auf narrativen Interviews rekonstruiert das Projekt Praktiken im Umgang mit Macht und Machtmissbrauch. Dabei werden sowohl die Perspektive der Betroffenen als auch von Akteur*innen, die Machtpositionen im wissenschaftlichen Feld bekleiden, in den Blick genommen. Durch die Verzahnung qualitativer und quantitativer Forschungsansätze soll das Phänomen “Machtmissbrauch” in seiner Komplexität empirisch erfasst und Aussagen über dessen quantitative Verbreitung gemacht werden. Zusätzlich werden kausale Effekte untersucht. Daher wird das Forschungsdesign durch eine deutschlandweite, quantitative Befragung von Postdocs, einer noch kaum erforschten Personengruppe, aus der die wissenschaftlichen Führungskräfte von morgen rekrutiert werden, ergänzt.

Von besonderer Relevanz ist der Transfer der Ergebnisse in die Praxis, denn um gegen Machtmissbrauch vorgehen zu können, muss dieser zunächst als solcher erkennbar sein. Basierend auf den Projektergebnissen werden Handlungsempfehlungen für Hochschulen, ein Aufklärungsvideo und Sensibilisierungsmaßnahmen in Form von Workshops für verschiedene Statusgruppen in der Wissenschaft entwickelt. Im Rahmen der zweiten Förderperiode sollen diese Maßnahmen schließlich durch das Projektteam im Feld eingesetzt und evaluiert werden. 

Die Projektmitarbeiterinnen Ronja Philipp und Lina Spagert waren zuvor im IFiF-Projekt Prof:inSicht aktiv, welches von 2021 bis 2025 die Sichtbarkeit von Professorinnen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften untersuchte.