IFiF-Projekte

Unser neues Projekt im Fokus: Gender-Innovationen

Gender-Innovationen

Gender ist als Erkenntniskategorie in den Sozial- und Geisteswissenschaften kaum präsent. Das Projekt zeigt, warum das so ist und welche Folgen das für Forschung, Lehre und Chancengerechtigkeit hat.

Das Forschungsvorhaben "Gender-Innovationen in den Sozial- und Geisteswissenschaften: Organisationen und Lehre im Fokus" untersucht, welchen Einfluss die vor allem von Frauen entwickelte Erkenntniskategorie Gender in den Sozial- und Geisteswissenschaften hat, insbesondere im Hinblick auf soziale und politische Veränderungen. Im Fokus stehen die Fächer Soziologie, Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften, Geschichtswissenschaft und Philosophie. Sie gelten als zentrale Disziplinen, um gesellschaftliches Zusammenleben und kulturelle Entwicklungen zu verstehen, und spielen deshalb eine wichtige Rolle für die Herstellung und Durchsetzung von Chancengerechtigkeit.  

Im Interview gibt Prof. Dr. Heike Kahlert Einblicke in zentrale Ergebnisse: So sind Frauen als Autor*innen- bzw. Herausgeber*innen, in Zitationen, Registern, Literaturverzeichnissen und in visuellen Darstellungen in Lehr- und Einführungsbüchern weiterhin deutlich unterrepräsentiert, und Gender wird meist nur punktuell statt durchgängig als Erkenntniskategorie berücksichtigt. Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass sich Wissenschaftlerinnen seit den 1970er Jahren in eigenen Organisationen vernetzen, um ihre Themen sichtbar zu machen und den Fachdiskurs aktiv zu verändern. 

Darüber hinaus wird deutlich, dass fehlende Anerkennung von Genderforschung nicht nur Gleichstellung behindert, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnis- und Innovationspotenziale ungenutzt lässt, mit Folgen für Forschung, Lehre und Chancengerechtigkeit.