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Utopisches Denken ist ausdrücklich erwünscht

Bis zum 15. April bewerben: Die Gerda Henkel Stiftung fördert im Programm "Prospekt Utopia" 50 Forschungsprojekte zu Zukunftsvorstellungen und ihren Deutungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Das Förderprogramm ist offen angelegt und ermöglicht eine breite Auseinandersetzung mit dem Thema. Utopisches Denken ist dabei ausdrücklich erwünscht. Das Spektrum möglicher Themen reicht von der Frage, wie frühere Gesellschaften sich Fortschritt oder ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander vorgestellt haben, bis zu Perspektiven, die sich aus dem gegenwärtigen Nachdenken über die Zukunft ergeben. Dies kann auch Arbeiten zu der Rolle der Wissenschaft oder zu technologischen Entwicklungen einschließen.

Denkbar sind ebenso kulturvergleichende Studien: Welche Bedeutung haben Zukunftsbilder für die Orientierung von Gesellschaften? Wie gehen Gemeinschaften mit Unwägbarkeiten um? Die Forscherinnen und Forscher können sowohl Einzelvorhaben verfolgen als auch inner- oder interdisziplinär kooperieren. Alle Fördermittel dürfen frei verplant werden. Alternative und experimentelle Darstellungen der Ergebnisse sind ausdrücklich erbeten. Das Auswahlverfahren ist zweistufig. Die Antragsfrist für die erste Runde endet am 15. April. 

"Gesellschaftliche Utopien setzen ein kulturelles Bewusstsein voraus", erläutert Dr. Angela Kühnen, Vorstand der Gerda Henkel Stiftung, die Jubiläumsinitiative. "Hier fällt den Geisteswissenschaften und ihren benachbarten Disziplinen eine besondere Aufgabe zu." Sie seien zwar häufig gefragt, wenn es darum gehe, zu Themen der Gegenwart und Zukunft Stellung zu nehmen, doch geschehe dies nur selten unter kulturoptimistischen Vorzeichen. Dr. Mathias Winde, ebenfalls Vorstand der Gerda Henkel Stiftung, ergänzt: "Unser Ziel ist es, in unsicheren Zeiten mehr Utopie zu wagen. Wir möchten anregen, den Beschreibungen und Analysen einer vielfach als dystopisch wahrgenommenen Gegenwart das Nachdenken über zukünftige Möglichkeiten und Potenziale gegenüber zu stellen."

Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 von Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Sie feiert aktuell ihr 50- jähriges Bestehen.