meta-IFiF

100 Jahre Deutscher Akademikerinnenbund

Der DAB lud unter dem Motto „Starke Frauen gestalten die Zukunft“ zu einer Jubiläumstagung nach Berlin ein. meta‑IFiF war dabei.

Unter dem Motto „Starke Frauen gestalten die Zukunft“ feierte der Deutsche Akademikerinnenbund (DAB) sein 100‑jähriges Bestehen. meta‑IFiF war mit einem Infostand vor Ort und nutzte die Tagung für Austausch und Vernetzung. Der DAB ist zudem Mitglied im meta‑IFiF‑Beirat – ein starkes Signal für die gemeinsame Arbeit an strukturellen Veränderungen. 

Dorothee Bär und Petia Genkova stehen mit einer Geburtstagstorte mit einer 100 auf der Bühne.
Bundesministerin Dorothee Bär gratuliert DAB-Präsidentin Petia Genkova zum 100jährigen Bestehen.

In vielen Beiträgen wurde deutlich: Fortschritte für Frauen sind keine Selbstverständlichkeit. DAB‑Präsidentin Prof. Dr. Petia Genkova betonte, dass Freiheit und Demokratie oft als gegeben wahrgenommen werden – dabei müsse weiterhin aktiv für sie eingestanden werden. Auch Elke Büdenbender hob hervor, dass offene Räume nicht von selbst offen bleiben. 

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär unterstrich, dass strukturelle Hürden für Frauen weiterhin bestehen, bis hin zu „gläsernen Decken“, die auch heute noch spürbar sind. Entscheidend sei, diese Barrieren abzubauen und Potenziale nicht länger ungenutzt zu lassen. Zugleich verwies sie auf die Errungenschaften früherer Generationen von Frauen, auf deren Engagement heutige Fortschritte aufbauen. 

Eine Professorin - Ute Klammer - steht an einem Redepult und hält einen Vortrag.
Ute Klammer stellt Ergebnisse des IFiF-Projekts EXENKO vor.

Mehrere Beiträge verdeutlichten, dass Sichtbarkeit eine zentrale Voraussetzung für Veränderung ist. Dr. Andrea Reichenberger (Professorin für Technikgeschichte, TU München) zeigte den Matilda‑Effekt am Beispiel von KI und machte deutlich, wie Leistungen von Frauen in Wissenschaft und Technikgeschichte auch heute noch häufig übersehen werden. Prof. Dr. Ute Klammer (IFiF‑Projekt EXENKO) knüpfte daran an und plädierte dafür, den Begriff von Exzellenz kritisch zu hinterfragen, da gängige Kriterien noch immer aus einer männlich geprägten Wissenschaftslandschaft stammen. Auch konkrete Handlungsspielräume wurden benannt: So beschrieb Prof. Dr. Alena Buyx (Medizinethikerin, TU München, wie sie ihre Position nutzt, um in Berufungsverfahren aktiv Barrieren abzubauen. 

Alle Rednerinnen waren sich einig: Trotz vieler Errungenschaften bestehen weiterhin strukturelle Hürden. Diese gilt es abzubauen – durch individuelles Handeln in verantwortungsvollen Positionen ebenso wie durch gemeinsames Engagement. Stärke entsteht im Austausch und in Netzwerken. Verbände wie der DAB leisten hierzu seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag.