Wanderausstellung: Versäumte Bilder

Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen sichtbar machen

Grafik zur Wanderausstellung Versäumte Bilder mit einem KI-generierten Bild von Rosalind Franklin.

Ab dem 1. April 2026 starten wir unter dem Dach des Metavorhabens "Innovative Frauen im Fokus" (meta-IFiF) das neue Teilprojekt "Wanderausstellung: Versäumte Bilder", um die Sichtbarkeit und Teilhabe von Frauen mit ihren innovativen Leistungen in Wissenschaft und Innovation zu erhöhen. 
Erstmalig wird damit vom Metavorhaben meta-IFiF selbst eine Sichtbarkeitsmaßnahme in der Praxis erprobt. Das Metavorhaben wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in der Förderrichtlinie "Innovative Frauen im Fokus" gefördert. 

Indem wir die innovativen Frauen und ihre Leistungen buchstäblich sichtbar machen. Denn viele Frauen haben die Wissenschaft und andere Innovationskontexte geprägt – doch ihre Leistungen wurden häufig übersehen, verzerrt oder anderen Personen zugeschrieben. Vor allem fehlt häufig eine bildliche Dokumentation. 

Die Kommunikationsdesignerin und Wissenschaftsfotografin Gesine Born hat mit ihrem Projekt "Versäumte Bilder" ein einzigartiges Konzept entwickelt, um diese Lücken zu schließen und die historischen Momente dieser Frauen sichtbar zu machen. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und basierend auf historischem Bildmaterial sowie biografischen Informationen generiert sie fotorealistische Porträts von Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen. Damit werden sie als Personen sowie auch ihre besonderen Leistungen erstmals in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die "versäumten Bilder” schaffen eine Form der Anerkennung, die den Frauen zu Lebzeiten verwehrt blieb. 

Innerhalb der zweijährigen Projektlaufzeit wird Gesine Born 10 neue "versäumte Bilder" innovativer Frauen erstellen. Es ist geplant, die Ausstellung bundesweit an zehn Institutionen zu zeigen.

Die „versäumten Bilder“ machen Versäumnisse der Vergangenheit sichtbar. Sie visualisieren historische Momente, die aus verschiedenen Gründen keine bildliche Dokumentation erfahren haben. Sie bringen Anerkennung und Wertschätzung, die innovativen und forschenden Frauen lange vorenthalten blieb. Nicht selten trugen Männer in ihrer Umgebung die Lorbeeren – und Nobelpreise – nach Hause. 

"Mein großer Traum ist, dass es inspiriert – und dass Institute jetzt in ihren Archiven schauen, welche Frauen nicht sichtbar sind. Es gibt Frauen in der Wissenschaft, die wirklich kein einziges Bild haben, allenfalls ein Passbild auf der Personalakte. Für mich ist das aber kein repräsentatives Portrait.“ 

Gesine Born, Wissenschaftskommunikatorin

(Quellewww.bmftr.bund.de ab Minute 4:30) 

Die „versäumten Bilder“ sind eine ganz eigene Sichtbarkeitsmaßnahme, wie wir sie im Metavorhaben schon zahlreich gesammelt und gebündelt dargestellt haben, um der Unterrepräsentation von Frauen in Wissenschaft, Forschung und Innovation zu begegnen (siehe dazu vertiefende Daten und Fakten im Infopool sowie den Tagungsband der IFiF-Fachtagung). Über die „versäumten Bilder“ ist eine außergewöhnliche und visuelle Intervention zu diesem Thema möglich. Denn die Bilder sprechen die Betrachter*innen emotional an und fordern sie auf besondere Weise zur Auseinandersetzung auf verschiedenen Ebenen heraus – auf der (gleichstellungs-)politischen Ebene sowie technisch und ethisch im Hinblick auf die Nutzung von künstlicher Intelligenz. So erreichen wir noch mehr Menschen, die zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für Frauen in Wissenschaft, Forschung und Innovation sowie einer angemesseneren Anerkennungskultur beitragen können. 

Da die Wanderausstellung mit jedem Ausstellungsort um ein neues „versäumtes Bild“ wächst, wird jede Institution stark in den gesamten Prozess involviert. Sie recherchiert zunächst in den eigenen Archiven nach den innovativen Leistungen einer früheren Forscherin oder Pionierin, die nie für diesen wichtigen Beitrag gewürdigt wurde oder deren Anteil inzwischen in Vergessenheit geraten ist. Damit wird ein Reflexionsprozess über die Mechanismen des Erinnerns und Vergessens sowie über Macht und Repräsentation angestoßen und eingefordert, in dem eine Auseinandersetzung mit den Gründen der bisherigen Unsichtbarkeit der Leistungen erfolgt und auch die aktuelle Sichtbarkeit der innovativen Frauen der Forschungseinrichtung thematisiert wird. Die gesamte Arbeits- und Anerkennungskultur der Institution wird in den Blick genommen und einer kritischen Überprüfung unterzogen, um sicherzustellen, dass die strukturellen Hindernisse abgebaut werden und ein solches „Vergessen“ zukünftig verhindert wird.  

Der Prozess, der hinter dem neu erstellten und für die Geschichte der Institution individuell bedeutsamen versäumten Bild liegt, entwickelt so eine nachhaltige Wirkkraft in Fragen der Repräsentation und Sichtbarkeit von Frauen in innovativen Prozessen der Institution. 

In einem Auswahlprozess am Anfang des Projekts wird gemeinsam mit dem Fördermittelgeber BMFTR entschieden, wohin die Ausstellung wandern wird. Sobald die Orte feststehen, werden alle Rahmendaten der Ausstellungen genannt. Auswahlkriterien sind:  

  • Die Bereitschaft und Ressourcen in den Archiven der Institution zu recherchieren und eine Frau zu identifizieren, deren innovative Leistungen in Vergessenheit geraten sind und die gar nicht oder kaum für diese Leistung gewürdigt wurde. Daraus entsteht das jeweils neue „versäumte Bild“ für die Ausstellung.  

  • Weitere Voraussetzung ist, dass ein passender Raum für die Präsentation der Ausstellung vorhanden ist. Hierbei ist u.a. die öffentliche Zugänglichkeit innerhalb der ausstellenden Institution wichtig sowie die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Institution. Eine Vielfalt im Charakter der ausstellenden Institution wird angestrebt (zusätzlich zu Universitäten auch andere Institutionen aus Forschung, Wissensvermittlung und (Gesellschafts-)Politik, zum Beispiel Stiftungen, Bibliotheken und Museen).  

  • Wir streben für die 10 Orte der Wanderausstellung eine breite geografische Verteilung an, möglichst über das ganze Bundesgebiet hinweg. 

  • Die ausstellende Institution sollte über die Ressourcen verfügen, die Wanderausstellung öffentlichkeitswirksam zu bewerben, einschließlich der Durchführung einer Auftaktveranstaltung. 

Ja! Es wird eine digitale Ausstellung zusammengestellt, die jederzeit zugänglich ist. Dort werden zahlreiche Informationen rund um die Stationen der Wanderausstellungen, die darin abgebildeten innovativen Frauen sowie relevante Themen aufbereitet.  

Sobald die digitale Ausstellung existiert, werden wir an dieser Stelle dazu verlinken. WATCH THIS SPACE!  

"Gemeinsam für mehr Sichtbarkeit von Frauen in Forschung, Wissenschaft und Innovation!" Dieses Ziel verfolgt das Metavorhaben meta-IFiF schon seit 2022 gemeinsam mit den Projekten der BMFTR-Förderrichtlinie "Innovative Frauen im Fokus". Seit dem 1. April 2026 greifen wir in einem neuen Teilprojekt einen konkreten Ansatz zur Sichtbarmachung innovativer Frauen auf: Mit der "Wanderausstellung: Versäumte Bilder" tragen wir das Thema Sichtbarkeit – von Leistungen und Personen – in verschiedene Institutionen von Wissenschaft, Forschung, Wissensvermittlung und Politik, an denen Innovation stattfindet. Das Metavorhaben "Innovative Frauen im Fokus" (meta-IFiF) ist angesiedelt beim Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. in Bielefeld. 

Koordination und Kommunikation Wanderausstellung

Dr. Sibylle SchmidtKompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.Wilhelm-Bertelsmann-Straße 8833602 Bielefeld+49 521 92278827