Nicht zuletzt durch die Einführung des Führungspositionen-Gesetzes im Jahr 2015 ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen gestiegen. 2025 stagniert dieser Fortschritt jedoch – und das lange, bevor eine geschlechterparitätische Verteilung erreicht ist.
Weibliche Führungskräfte stärken Innovation und Gleichstellung
Eine verwirklichte gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen ist nicht nur aus Gründen der Gerechtigkeit notwendig, sondern bringt auch entscheidende Vorteile für die Innovationskraft von Unternehmen und fördert die Gleichstellung der Geschlechter insgesamt:
Eine McKinsey Studie von 2020 zeigt, dass Diversität im Team und insbesondere ein höherer Frauenanteil auf Führungsebenen zu einem höheren ökonomischen Profit und einer Stärkung der Innovationsfähigkeit innerhalb von Unternehmen führt. Ein höherer Anteil von Frauen in leitenden Positionen macht Unternehmen demnach nicht nur wirtschaftlich erfolgreicher, sondern stärkt damit auch Deutschland als Innovationsstandort.1
Zudem zeigt eine im Managerinnen-Barometer 2026 vorgestellte Studie, dass Personen ihre geschlechterstereotype Überzeugung, eine Gender Pay Gap zulasten von Frauen sei gerecht, verändern, wenn sie weibliche Vorgesetzte haben. Die Anwesenheit von Frauen im Team reicht nicht aus, um diese Änderung zu erreichen, entscheidend ist ein Statusunterschied.2 Zudem verfügen weibliche Führungskräfte über die Möglichkeit, konkrete Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen voranzutreiben und wirken als sichtbare Vorbilder, die andere Frauen ermutigen, selbst Führungsverantwortung zu übernehmen.
Was sagen die Zahlen?
In Vorständen und Aufsichtsräten stagnieren die Frauenanteile 2025, dies zeigen verschiedene Analysen. Im Daten & Fakten-Bereich stellt meta-IFiF die Entwicklung des Frauenanteils in den Vorständen und Aufsichtsräten der 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland dar. Die Basis dafür sind die Zahlen des DIW Managerinnen-Barometers. Nach einer positiven Entwicklung in den letzten Jahren sank der Frauenanteil in den Vorständen und Geschäftsführungen im Jahr 2025 leicht und liegt bei lediglich 18,6 Prozent. Damit ist nicht einmal jeder fünfte Vorstandsposten mit einer Frau besetzt. Zwar hat sich der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten über die Jahre – nicht zuletzt aufgrund des Führungspositionen-Gesetzes – deutlich erhöht (von 19,7 Prozent im Einführungsjahr der Quote in 2015 auf 33,5 Prozent im Jahr 2025), dennoch sind Frauen auch hier weiterhin in der Unterzahl. Zum Jahr 2025 lag der Zuwachs bei nur 0,3 Prozentpunkten. Aktuelle Zahlen der AllBright-Stiftung zeigen, dass nur 15 Prozent aller Neubesetzungen in Vorständen börsennotierter Unternehmen seit September 2025 Frauen waren.
Eine Auswertung des IAB-Betriebspanels, das rund 15.000 privatwirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Größe befragt, zeigt, dass nur etwas mehr als jede vierte Führungsposition auf oberster Ebene von einer Frau besetzt wird. Auf der zweiten Führungsebene sind Frauen im Vergleich zu Männern mit einem Anteil von 42 Prozent zwar auch unterrepräsentiert, dies entspricht jedoch nahezu ihrem Anteil an allen Beschäftigten insgesamt gesehen. Im Daten & Fakten-Bereich ist die Entwicklung im Zeitverlauf und nach Wirtschaftszweig dargestellt. Zahlen der SCHUFA aus dem Februar 2026, die auf den Daten von 1,9 Mio. Unternehmen basieren, zeigen einen wesentlich geringeren Frauenanteil auf der ersten Führungsebene (16,3 Prozent). In den letzten fünf Jahren gab es bei den betrachteten Unternehmen einen Zuwachs von 0,6 Prozentpunkten.3
1 Hunt, Vivian; Dixon-Fyle, Sundiatu; Prince, Sara & Dolan, Kevin (2020): Diversity wins. How inclusion matters. Herausgegeben von McKinsey & Company. Online verfügbar unter https://www.mckinsey.com/featured-insights/diversity-and-inclusion/diversity-wins-how-inclusion-matters# (Abgerufen am 05.03.2026).
2 Adriaans, Jule; Kirsch, Anja; Sauer, Carsten & Wrohlich, Katharina (2026): Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Einschätzung fairer Löhne verringern sich mit weiblichen Vorgesetzten. DIW Wochenbericht 3/2026, Berlin.
3 SCHUFA Holding AG (2026): (PM) SCHUFA-Fünfjahresanalyse zum Weltfrauentag: Frauenanteil im obersten Management nimmt kaum zu. Online: www.schufa.de/newsroom/pressemitteilungen/schufa-analyse-weltfrauentag/ (Abgerufen am 11.03.2026).
Datenquellen: DIW Berlin, IAB-Betriebspanel