Invisibility and Visibility of Women Writer
Lost in ArchivesDas IFIF-Projekt "Lost in Archives" berichtet von der Teilnahme an der Tagung, die sich mit der (Un-)Sichtbarkeit schreibender Frauen in der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert auseinandersetzte.
Schreibende Frauen waren von der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert präsenter, als es gängige Darstellungen der Literatur vermuten lassen. Wie diese Autorinnen sichtbar wurden und warum viele ihrer Stimmen dennoch vergessen blieben, stand im Mittelpunkt der Tagung "Invisibility and Visibility of Women Writer: Practices, Approaches, Methods“, die am 19. März in Kopenhagen stattfand.
Vertreter*innen von vier Forschungsprojekten aus den Bereichen Philosophie, Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte und europäische Sprachen tauschten sich über aktuelle Forschungsergebnisse zum Spannungsfeld von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit aus und über die Frage wie die eigene wissenschaftliche Arbeit auf dieses Thema blickt. Auch das IFiF-Projekt "Lost in Archives“ nahm an der Diskussion teil. Gemeinsam mit den in Kopenhagen angesiedelten Projekten wurde über Probleme und Chancen der Sichtbarmachung schreibender Frauen gesprochen.
Die Beiträge zeigen wie wichtig Netzwerke und das Schreiben von Briefen für die Sichtbarkeit waren. Auch emotionale, körperliche und kleidungsbezogene Praktiken eröffneten Formen von Sichtbarkeit. Männer fungierten sowohl als Unterstützer als auch als Gatekeeper in der Branche. Andere Beiträge der Tagung machten deutlich, dass Sichtbarkeit nicht immer etwas Positives war. Autorinnen wurden manchmal verspottet oder nicht ernst genommen. Andere veröffentlichten anonym, um Kritik zu vermeiden. Dadurch blieben sie zwar bekannt, aber nicht als Autorinnen erkennbar.
In der Abschlussdiskussion wurde klar, dass schreibende Frauen nicht nur vorübergehend mehr Beachtung finden dürften. Es braucht vielmehr eine langfristige Veränderung in Literatur und Wissensgeschichte. Besonders wichtig ist dabei die digitale Sichtbarkeit: Wenn Forschungsergebnisse offen online zugänglich sind, prägt das entscheidend, welche Personen und Themen wahrgenommen werden.