Lost in Archives

Unbekannte innovative Leistungen von Frauen sichtbar machen, die im 18. Jahrhundert und zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Männerdomänen (Militärliteratur, Theaterwesen, Literaturkritik) tätig waren.


Narrative der (Un)Sichtbarkeit

Viele Namen von innovativen Frauen sind heute vergessen, obwohl diese Frauen zu ihrer Zeit durchaus bekannt waren und ihre Werke geschätzt wurden. Die Namen dieser Frauen wurden im Laufe der Zeit vergessen, bewusst in Vergessenheit gebracht, abgewertet oder sind erst gar nicht in die offiziellen Überlieferungen eingegangen. Dadurch entstand der Eindruck, dass in manchen Bereichen keine oder kaum Frauen tätig gewesen wären.

Konkret geht es bei dem Projekt Lost in Archives um drei Bereiche, in denen der Beitrag von Frauen bisher noch nicht ausreichend wahrgenommen wird: Verlagswesen, Theaterwesen und Militärliteratur. Zeitlich beschäftigt sich das Projekt mit dem Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert. Dieser ist insofern besonders signifikant, als die Professionalisierung und Verwissenschaftlichung zu einem Anstieg der Dominanz von Männern in den genannten Berufsbranchen führte. Paradoxerweise verdrängten somit die Bürgerrechtsbewegung der Französischen Revolution und die Nationalstaatsbildungsprozesse die Frauen aus vielen öffentlichen Bereichen.

Auf der Suche nach unsichtbaren Frauen

Deshalb geht das Projekt Lost in Archives ins Archiv und sucht dort nach Dramatikerinnen, Literaturkritikerinnen, Übersetzerinnen und Verfasserinnen von Militärliteratur. Die Beteiligten des Verbundvorhabens rekonstruieren ihre Biografien und stellen sich die Frage: Warum sind diese Frauen heute unbekannt?


Alles auf einen Blick

Wir sind ein interdisziplinäres Forschungsteam der Fachrichtungen Geschichte, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik an drei Universitäten.

Wir wollen zeigen, dass viel mehr Frauen in sog. Männerdomänen aktiv waren und bedeutende Leistungen erzielt haben als gemeinhin angenommen. Dadurch möchten wir zudem verdeutlichen, dass die Vorstellungen von genderexklusiven Tätigkeitsbereichen in der Regel konstruiert sind und durch bestimmte Narrative erhalten werden.

Die Botschaft des Projekts, dass Frauen in allen Lebens- und Arbeitsbereichen zu finden waren, soll in eine breite Öffentlichkeit ausstrahlen.

Im Zentrum unseres Projekts steht die Archivarbeit. Zuerst werden wir nach Schriften suchen, die von männlichen Autoren geschrieben und publiziert wurden und darin nach Hinweisen auf weibliche Mitwirkende suchen. Parallel dazu werden die damaligen, in den drei ausgewählten Bereichen spezialisierten, Zeitschriften systematisch nach Hinweisen auf andere weibliche Mitwirkende untersucht. Weiterhin werden die Briefwechsel der ersten Akteurinnen recherchiert und analysiert, um in ihren Briefen Hinweise auf andere tätige Frauen in denselben oder anderen Domänen zu identifizieren. Um unsere Funde einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und diese innovativen Frauen damit wirklich sichtbar zu machen, konzipieren wir eine Wanderausstellung, einen Podcast und eine Graphic Novel.


Aktuelles aus dem Projekt

  • IFiF-Projekte Lost in Archives

    Neues Projekt im Fokus: "Lost in Archives"

    Welche Frauen sind trotz ihrer Beiträge aus Literatur-, Theater- und Militärliteratur verschwunden – und warum? "Lost in Archives" widmet sich der Wiederentdeckung und Sichtbarmachung dieser Frauen.

  • IFiF-Projekte Lost in Archives

    Invisibility and Visibility of Women Writers

    Das IFiF-Projekt "Lost in Archives" berichtet von der Teilnahme an der Tagung, die sich mit der (Un-)Sichtbarkeit schreibender Frauen in der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert auseinandersetzte.


Projektergebnisse

  • Eine Grafik zur Ankündigung des Podcasts "Lost in Archives" mit einem Kopfhörer und einem Handy.

    Podcast "Lost in Archives"

    Der Podcast des IFiF-Projekts "Lost in Archives" macht Frauen sichtbar, die im 18. Jahrhundert in den Bereichen Literaturkritik, Militärliteratur und Theaterwesen aktiv waren.

    Zum Podcast Podcast "Lost in Archives"

Highlights

  • Die blaue Grafik kündigt das Projekt im Fokus an. Auf der Grafik gibt es das meta-IFiF-Logo, das "Lost in Archives"-Logo und ein Bild der Projektkoordinatorin Alissa L’Abbé.

    Projekt im Fokus: Videointerview

    "Lost in Archives" widmet sich der Wiederentdeckung und Sichtbarmachung von Frauen und deren Beiträgen in den Bereichen Literaturkritik, Theaterwesen und Militärliteratur am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Prozesse der Kanonisierung, Archivierung und Überlieferung dazu beigetragen haben, dass diese Frauen heute kaum noch bekannt sind.

    Zum Videointerview Projekt im Fokus: Videointerview
  • Grafik für Nachbericht IFIF Impulse vom 13.01., Lost in Archives

    IFiF-Impulse-Vortrag

    Warum wurden Autorinnen des 18. Jahrhunderts vergessen, obwohl sie damals bekannt waren? Dieser Frage gingen Dr. Anna Axtner-Borsutzky & Dr. Marília Jöhnk von "Lost in Archives" in ihrem Vortrag nach.

    Zum Vortrag IFiF-Impulse-Vortrag

Steckbrief