Leibniz-Preis 2026: Drei von zehn Preisträger*innen weiblich
Am 18. März wird der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland verliehen. meta-IFiF stellt die diesjährigen Preisträgerinnen vor und zeigt die Entwicklung des Frauenanteils im Zeitverlauf.
Seit 1986 vergibt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen. In diesem Jahr erhalten drei Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler die renommierte Auszeichnung und damit auch bis zu 2,5 Millionen Euro Preisgeld für ihre weitere Forschung.
Die Leibniz-Preisträgerinnen 2026:
- Julia Mahamid (European Molecular Biology Laboratory (EMBL), Heidelberg) wird für ihre bahnbrechende Forschung auf dem Gebiet der Strukturbiologie ausgezeichnet. Ihr Erfolg beruht auf der Weiterentwicklung moderner Kryo-Elektronentomographie und der innovativen Kombination von Methoden. Sie verknüpft eine Technik, bei der ein Ionenstrahl gefrorene Zellen hauchdünn abträgt, mit einer Methode, die Licht- und Elektronenmikroskopie miteinander verbindet. Zusätzlich nutzt sie moderne KI, um die Bilder auszuwerten. Unter anderem gelang ihr dadurch erstmals eine Rekonstruktion der vollständigen Dynamik der Proteinbiosynthese in einer intakten Bakterienzelle.
- Prof. Dr. Barbara Vetter (FU Berlin) erhält den Leibniz-Preis für ihre Arbeit in der theoretischen Philosophie. Sie entwickelte ein alternatives Konzept zur klassischen Vorstellung möglicher Welten. Ihre Arbeiten prägen die moderne analytische Metaphysik sowie die Handlungs- und Erkenntnistheorie maßgeblich.
- Prof. Dr. Cornelia Zumbusch (Universität Hamburg) wird für ihre Arbeit im Bereich der neueren deutschen Literatur geehrt. In ihren Studien zeigte sie, wie Literatur modernes Wissen und jahrtausendalte Form-, Bild- und Gattungstraditionen miteinander verbindet, wodurch sie wichtige Impulse für die Wissenspoetik lieferte. Wissenspoetik befasst sich mit der Erforschung der Zusammenhänge zwischen Wissen und seiner sprachlichen Darstellung.
Auffällig ist, dass zwei von drei Wissenschaftlerinnen in der Fächergruppe der Geisteswissenschaften verortet sind. Insgesamt weist dieser Bereich unter allen Preisträger*innen einen vergleichsweise hohen Frauenanteil auf (eigene Zuordnung nach der Fächersystematik des Statistischen Bundesamtes). So liegt der Frauenanteil unter Leibniz-Preisträger*innen in der Fächergruppe Geisteswissenschaften bei 25,4 Prozent, während er in der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften nur 17,6 Prozent beträgt. In den Ingenieurwissenschaften ist der Anteil noch geringer: Bislang haben lediglich sechs Forscherinnen aus diesem Bereich einen Preis erhalten, was einem Frauenanteil von 8,1 Prozent entspricht.
Insgesamt ist der Frauenanteil beim Leibniz-Preis seit seiner ersten Verleihung stetig gestiegen. Während in den ersten vier Jahren (1986-1990) nur drei Frauen und 62 Männer ausgezeichnet wurden (Frauenanteil 4,6 Prozent), sind es im aktuellen Jahrzehnt (2021-2026) 37 Männer und 23 Frauen. Das entspricht einen Frauenanteil von 38,3 Prozent.
Die diesjährige Preisverleihung am 18. März in Berlin wird ab 16 Uhr live übertragen.
Im meta-IFiF Daten & Fakten-Bereich finden Sie den Frauenanteil unter den Preisträger*innen des Leibniz-Preises im Zeitverlauf und nach Fächergruppen.