meta-IFiF

#3FragenAn das IFiF-Projekt Digital Hate

Digital Hate

Wie können Hochschulen und Forschungseinrichtungen digitaler Gewalt begegnen? meta-IFiF stellt #3FragenAn Projektleiterin Prof. Dr. Katherine Gürtler.

#3FragenAn das IFiF-Projekt Digital Hate

Die neu erschienenen meta-IFiF-Handlungsempfehlungen zeigen auf, wie Organisationen die Sichtbarkeit und Repräsentanz von Frauen in Wissenschaft, Forschung und Innovation stärken können. Dabei rücken auch die Risiken verstärkter Sichtbarkeit in den Blick:

Professorinnen sind qua ihrer Position sichtbar – innerhalb ihrer Hochschule oder Forschungseinrichtung ebenso wie in ihren wissenschaftlichen Communities. Je nach Forschungsgebiet, Aufgabenprofil und persönlichem Kommunikationsstil kann dazu auch eine Präsenz in den (sozialen) Medien und in der öffentlichen Debatte gehören. Öffentliche Sichtbarkeit eröffnet Wissenschaftlerinnen die Möglichkeit, ihre Expertise in gesellschaftliche Debatten einzubringen. Gleichzeitig können digitale Kommunikationsräume die Schattenseiten von Sichtbarkeit verstärken: Anfeindungen, Belästigungen und diskriminierende Äußerungen können anonym erfolgen, die Betroffenen direkt erreichen und sich innerhalb kurzer Zeit weit verbreiten.

Das IFiF-Projekt Digital Hate untersucht geschlechtsspezifische digitale Gewalt gegen Professorinnen in der Gender-, Migrations-, und Klimaforschung. Wir haben mit Projektleiterin Prof. Dr. Katherine Gürtler darüber gesprochen, welche Folgen digitale Gewalt für Wissenschaftlerinnen hat, und welche Möglichkeiten bestehen, ihr entgegenzuwirken.

3FragenAn

Wissenschaft lebt vom offenen Austausch von Ideen und Perspektiven. Digitale Gewalt untergräbt diesen Austausch: Hass, Beleidigungen und Bedrohungen können dazu führen, dass sich Forschende – insbesondere Wissenschaftlerinnen – aus dem öffentlichen Diskurs zurückziehen. Wo Sichtbarkeit zum Risiko wird, geraten Teilhabe, Vielfalt und damit auch Wissenschaftsfreiheit unter Druck.

Digitale Gewalt kann Forschende aller Disziplinen treffen. Besonders sichtbar wird sie jedoch dort, wo Forschung Gegenstand gesellschaftlicher oder politisierter Kontroversen ist. Entscheidend ist daher nicht nur das Fachgebiet, sondern auch die öffentliche Aufmerksamkeit. Zudem sind häufig Menschen betroffen, die bereits anderen Formen von Diskriminierung oder Ausgrenzung ausgesetzt sind.

Digitale Gewalt ist nicht nur eine individuelle Belastung, sondern auch eine institutionelle Herausforderung. Hochschulen und Forschungseinrichtungen bauen deshalb Strukturen auf, um Angriffe frühzeitig zu erkennen und Betroffene wirksam zu unterstützen, etwa durch Anlaufstellen, Leitlinien und Krisenmanagement. Entscheidend ist, dass Forschende nicht allein gelassen werden. So können Hochschulen ihren Werten von Offenheit, Vielfalt und Wissenschaftsfreiheit gerecht werden.