Externe News

Call for Papers zu "Frauen in MINT"

Noch bis zum 28. Juni können für die Zeitschrift GENDER Vorschläge für Beiträge eingereicht werden. Gesucht werden theoretische, empirische und praxisreflexive Beiträge zu "Frauen in MINT".

Seit den 1990er‑Jahren ist "Frauen in MINT" ein zentraler Bestandteil gleichstellungspolitischer Strategien in Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft. Während in den 1980ern vor allem die geringe Zahl von Frauen in MINT-Fächern kritisiert wurde, geht es heute um viel mehr: Neben Fragen der Rekrutierung und Studienwahl rücken organisationale Strukturen, implizite Bias, Vereinbarkeitsregime sowie Prozesse der Subjektivierung und Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ausschluss in den Fokus.

Ziel der Programmatik ist die Erhöhung von Sichtbarkeit, Repräsentanz und Teilhabe von Frauen* in technisierten Feldern. Zugleich werden Weiblichkeit und Differenz häufig funktionalisiert, etwa über Zuschreibungen wie "weibliches Führen" oder soziale Kompetenzen, während die Figur der "MINT-Frau" als leistungsfähige Ausnahme konstruiert wird. Schon länger mehren sich kritische Reflexionen hinsichtlich der Gleichstellungstrategien in MINT-Fächern, in jüngerer Zeit verstärkt aus intersektionalen, queerfeministischen sowie post- und dekolonialen Perspektiven. 

Das Heft Nr. 3/27 der Zeitschrift GENDER fragt, welche Normalisierungen, Ausschlüsse und Ambivalenzen dominante Gleichstellungsnarrative erzeugen und welche Spielräume für transformative Praxen in sozial- und technowissenschaftlichen Feldern sichtbar werden. Folgende Themen und Fragestellungen stehen im Mittelpunkt: 

  • Genealogien und Gleichstellungsdiskurse: Entwicklungen der Programmatik "Frauen in MINT", Exzellenz-, Fachkräfte- und meritokratische Narrative in technowissenschaftlichen Feldern
  • Institutionen und Gleichstellungspraxis: Interventionen in Lehre, Forschung und Organisation sowie institutionelle Widerstände und Ambivalenzen
  • Alternativen und Transformationen: solidarische Praxen, plurale Wissensformen, alternative Technikverständnisse und kritische Männlichkeiten
  • Subjektivierungen und Körperpolitiken: Zugehörigkeit, Ausschluss und affektive Erfahrungen, Leistungs- und Körpernormen in intersektionaler sowie post-/dekolonialer Perspektive
  • Geschlechterpolitiken und Repräsentationen: Kritik binärer und affirmativer Förderlogiken, neoliberaler Repräsentationsmuster und der Figur der "MINT-Frau", Ambivalenzen feministischer Sichtbarkeit

Die ein- bis zweiseitigen Abstracts mit Beitragsvorschlägen können bis zum 28. Juni 2026 per Mail an manuskripte@gender-zeitschrift.de eingereicht werden. Abgabeschluss für die dann ausgewählten Artikel ist im Dezember. 

Die Zeitschrift GENDER deckt ein breites Spektrum gesellschaftlicher und kultureller Fragestellungen zu Geschlecht ab und vereint Beiträge aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Als multidisziplinäres Journal erscheint sie dreimal jährlich mit einem thematischen Schwerpunkt.