DJI-Bericht zu Antifeminismus
Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) hat einen neuen Bericht zur Praxislandschaft im Umgang mit antifeministischen Einstellungen junger Menschen veröffentlicht.
Antifeminismus stellt eine wachsende Herausforderung für die pädagogische Praxis dar. Ein neuer Bericht des Deutschen Jugendinstituts (DJI) untersucht erstmals die Praxislandschaft zum Umgang mit antifeministischen Einstellungen bei jungen Menschen und zeigt, dass entsprechende Angebote bislang noch wenig etabliert sind.
Die Analyse basiert auf einer systematischen Onlinerecherche öffentlich zugänglicher Angebote zum Stand 2024. Demnach existieren derzeit nur wenige langfristige Projekte: Lediglich zehn der erfassten Angebote bestehen bereits seit mehreren Jahren. Die Mehrheit umfasst hingegen einmalige Fachtage, Seminare oder Handreichungen. Im Mittelpunkt der bestehenden Maßnahmen steht vor allem die Vermittlung von Wissen über Antifeminismus sowie der Austausch von Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten. Direkte Unterstützungs- und Empowermentangebote für Betroffene oder eine unmittelbare pädagogische Arbeit mit jungen Menschen sind bislang selten. Das DJI sieht hierin ein wichtiges Entwicklungspotenzial für die zukünftige Praxis.
Der Bericht stellt zudem Forschungsansätze zum Thema Antifeminismus vor und gibt einen Überblick über den aktuellen Stand pädagogischer Auseinandersetzungen mit dem Phänomen. Er erscheint als fünfter Band der Reihe "Zur pädagogischen Praxis der Demokratieförderung und Extremismusprävention", die von der Arbeits- und Forschungsstelle Demokratieförderung und Extremismusprävention am DJI herausgegeben wird.
Das Deutsche Jugendinstitut zählt zu den größten sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituten Europas und erforscht seit mehr als 60 Jahren die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien.