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Ausgezeichnet: 3 Frauen erhalten den Heinz Maier-Leibnitz-Preis

Heute wird Deutschlands wichtigster Förderpreis für Nachwuchswissenschaftler*innen verliehen. Drei der zehn Ausgezeichneten sind Frauen.

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an Wissenschaftler*innen in einem frühen Karrierestadium nach der Promotion verliehen. Die Ausgezeichneten erhalten jeweils ein Preisgeld von 200.000 Euro für ihre weitere Forschung. In diesem Jahr wurden 156 Wissenschaftler*innen aus allen Fachgebieten vorgeschlagen. Davon werden heute sieben Männer und drei Frauen in Berlin geehrt.

Die Preisträgerinnen in diesem Jahr:

  • Prof. Dr.-Ing. Jiska Classen (Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering, Potsdam) erhält den Preis für ihre Arbeit im Bereich “Mobile and Wireless Security“. Mithilfe verschiedener wissenschaftlicher Methoden ermöglicht sie einen Zugang zu geschlossenen Systemen der Hersteller von mobilen Geräten. Damit deckt sie unbekannte Sicherheitslücken in den Systemen auf und trägt einen wichtigen Teil zur internationalen Sicherheitsforschung bei.
  • Dr. Isabel Mira Oldengott (Universität Bielefeld) arbeitet an der Schnittstelle zwischen Kosmologie und Teilchenphysik. Es ist ihr als erste gelungen, die kosmologischen Auswirkungen von hypothetischen Neutrino-Selbstwechselwirkungen zu beschreiben. Neutrinos werden oft als „Geisterteilchen“ beschrieben, da sie zwar eine entscheidende Rolle in der Physik spielen, aber durch ihre geringe Masse schwer nachweisbar sind. Durch Oldengotts Arbeiten ist es möglich, aus Beobachtungen der Struktur des Universums Rückschlüsse auf die Eigenschaften der Neutrinos zu ziehen. 
  • Jun.-Prof. Dr. Julia Schulte-Cloos (Universität Marburg) wird für ihre Arbeit in der Politikwissenschaft ausgezeichnet. In ihrer Forschung zu Populismus und rechtsradikalen Parteien in Europa kombiniert sie unterschiedliche Daten, die aus Internetforen und sozialen Medien stammen, und untersucht sie mithilfe von KI auf zentrale Fragestellungen, z. B.: Welche Folgen hat die politische Unzufriedenheit von Wähler*innen für demokratische Entscheidungsprozesse?

Seit der ersten Verleihung des Preises im Jahr 1978 ist der Frauenanteil deutlich gestiegen: Von 20 Prozent in den ersten drei Jahren (1978-1980) über 12 bzw. 16,2 Prozent in den beiden folgenden Jahrzehnten auf 43,3 Prozent im aktuellen Jahrzehnt (2021-2026).

Eine Auswertung nach Fachgebieten1 zeigt: Der Frauenanteil ist unter den Preisträger*innen in den Geisteswissenschaften am höchsten (43,6 Prozent) und in den Ingenieurwissenschaften am niedrigsten (18,2 Prozent).

Die Preisverleihung findet am 11. Juni in Berlin statt.

 

eigene Zuordnung nach der Fächersystematik des Statistischen Bundesamtes

Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft