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Ausstellung ”Women*& Type: Call for Flags”

Das Museum Wiesbaden initiiert ein Ausstellungsformat, das gestalterische Positionen von internationalen Typografinnen in den Fokus nimmt. Bis zum 3. Oktober kann die Ausstellung besucht werden.

Schrift verbreitet Wissen und prägt die demokratische Meinungsbildung. Dennoch sind Typografie und Type-Design bis heute männlich dominiert. Seit der Erfindung des Buchdrucks waren Frauen in den Druckwerkstätten ausgeschlossen; erst in den 1920er Jahren durften sie an Kunsthochschulen studieren – und auch dann nur zögerlich in Berufe und Verbände eintreten. Gleichberechtigung blieb aus und die Spuren davon sind bis heute spürbar. 

Das Museum Wiesbaden reagiert mit Flagge: Im Rahmen des "World Design Capital“ wurden internationale Designerinnen eingeladen, typografische Fahnen zu gestalten. Im Oktogon des Museums werden ihre konzeptionellen Ansätze und individuellen Positionen präsentiert. 

Es gibt drei Ausstellungsorte:  

Fahnenparcours auf der Wilhelmstraße 

Im Sommer 2026 verwandelt sich die Wiesbadener Flaniermeile „Rue“ – zwischen Museum und Kurhaus – in einen Fahnenparcours. Die historischen Fassaden der Wilhelmstraße werden zum offenen Ausstellungsraum für die Arbeiten des „Call for Flags“. Das Projekt erprobt ein neues Format: Ausgehend von der Tradition des Plakats als „Kunst der Straße“ fragt der Parcours nach den Grenzen zwischen freier und angewandter Kunst – und nach den Verbindungen zwischen Design, Kommerz und öffentlicher Wahrnehmung. 

"Hall of Femmes“ im Museum Wiesbaden 

Im rechten Oktogon des Museums Wiesbaden wird eine "Hall of Femmes“ inszeniert, die Informationen zu allen teilnehmenden Gestalterinnen bietet. Gezeigt werden Interviews, ausgewählte Arbeitsbeispiele sowie gestalterisch-konzeptionelle Details zu den eingereichten Flaggen. Begleitet wird die Ausstellung von Grafikbeständen aus der Sammlung des Museums Wiesbaden. 

Women* & Type Mainz 
Parallel zum Wiesbadener "Call for Flags“ zeigt der LUX-Pavillon der Hochschule Mainz bis zum 31. Juli zwanzig typografische Flaggen junger Gestalter*innen aus dem Studiengang Kommunikationsdesign. In aktivistischen Entwürfen setzen sie sich mit feministischen Positionen in der Typografie auseinander. Das Studienprojekt wird betreut von Prof. Dr. Petra Eisele und Prof. Dr. Isabel Naegele des Instituts Designlabor Gutenberg, die auch bereits im IFiF-Projekt UN/SEEN tätig waren. UN/SEEN beschäftigte sich von November 2022 bis April 2026 mit der Sichtbarmachung innovativer Frauen im Grafik-Design.  

"Women* & Type“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Museum Wiesbaden und dem Institut Designlabor Gutenberg der Hochschule Mainz.