Unser Projekt im Fokus – Videointerview
Moms@ScienceWie sichtbar sind Wissenschaftlerinnen mit Kind(ern) im deutschen Wissenschaftssystem? Und welche Bedingungen prägen ihre Karrierewege? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Projekt Moms@Science.
Im Videointerview spricht Projektleiterin Dr. Lisa Tölle über die Entstehung von Moms@Science, zentrale Fragestellungen und erste Einblicke in die Erfahrungen von Wissenschaftlerinnen mit Kind(ern). Sie macht deutlich: Viele Herausforderungen entstehen nicht durch individuelle Entscheidungen oder mangelnde Leistungsfähigkeit, sondern durch Rahmenbedingungen eines Wissenschaftssystems, das noch immer stark auf das Ideal des sogenannten „Ideal Worker“ ausgerichtet ist – die Vorstellung einer Person, die jederzeit verfügbar, räumlich mobil, zeitlich flexibel und weitgehend frei von Care-Verantwortung erscheint.
Moms@Science untersucht daher nicht nur persönliche Karrierewege, sondern fragt auch nach strukturellen und kulturellen Mechanismen: Welche Faktoren fördern Sichtbarkeit und Anerkennung? Wo entstehen Barrieren, etwa durch Befristungen, Mobilitätserwartungen oder stereotype Zuschreibungen? Und was können Hochschulen und Forschungseinrichtungen konkret tun, um Wissenschaft und Sorgeverantwortung besser vereinbar zu machen?
Das Projekt verbindet Forschung mit Intervention und Wissenschaftskommunikation. Geplant sind unter anderem Interviews, Porträts, Social-Media-Formate, Videobeiträge, Veranstaltungen, eine Podcast-Reihe sowie eine abschließende Wanderausstellung. Ziel ist es, die Perspektiven, Erfahrungen und Leistungen von Wissenschaftlerinnen mit Kind(ern) sichtbar zu machen — und zugleich Impulse für mehr Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem zu geben.