IFiF-Projekte

Zwei IFiF-Projekte kooperieren zum Thema Mutterschaft

Moms@Science, Lost in Archives

Die IFiF-Projekte Moms@Science und "Lost in Archives" starten gemeinsam eine Serie über historische Kontinuitäten von Care, Mutterschaft und Wissen.

Mütter in der Wissenschaft sind keine neue Erscheinung. Frauen haben Forschung, Wissensproduktion und Care-Arbeit seit jeher miteinander verbunden. Dennoch blieben ihre Leistungen häufig unsichtbar: Sie erhielten wenig Anerkennung, wurden aus den wissenschaftlichen Überlieferungen ausgeblendet oder ihre Erkenntnisse wurden männlichen Kollegen zugeschrieben. Entsprechend selten finden sich ihre Geschichten in Archiven, Darstellungen oder öffentlichen Erinnerungskulturen. 

Das IFiF-Projekt Moms@Science widmet sich innovativen Wissenschaftlerinnen* mit Kind(ern). Ziel des Forschungs- und Umsetzungsprojekts ist es, ihre Leistungen, Erfahrungen und Karrierewege sichtbar zu machen. Darüber hinaus untersucht das Projekt strukturelle Bedingungen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die die Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen* mit Kindern beeinflussen, und entwickelt darauf aufbauend Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung ihrer Wahrnehmung und Anerkennung. 

Das IFiF-Projekt "Lost in Archives" beschäftigt sich mit Frauen, deren Leistungen heute weitgehend vergessen sind, obwohl sie zu ihrer Zeit oftmals bekannt und angesehen waren. Im Mittelpunkt stehen Frauen aus den Bereichen Verlagswesen, Theaterwesen und Militärliteratur um 1800. Durch gesellschaftliche und wissenschaftliche Transformationsprozesse gerieten viele ihrer Beiträge in Vergessenheit oder wurden aus den offiziellen Überlieferungen ausgeschlossen. Das Projekt rekonstruiert ihre Biografien und Werke und fragt, warum diese Frauen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden sind. 

Gemeinsam richten die beiden Projekte den Blick nun auf historische und aktuelle Verflechtungen von Mutterschaft, Care-Arbeit und Wissensproduktion. In einer neuen Serie auf LinkedIn und Instagram stellen sie Mütter vor, die Forschung, Wissensproduktion und Care-Arbeit schon früh miteinander verbunden haben, deren Leistungen aber weitestgehend unbekannt sind. 

In der ersten Folge steht Therese Huber (1764-1829) im Mittelpunkt. Die Redakteurin, Übersetzerin und Literaturkritikerin, geboren in Göttingen, war Mutter von zehn Kindern. Bereits während ihrer beiden Ehen schrieb und übersetzte sie, veröffentlichte jedoch meist anonym oder unter dem Namen ihres jeweiligen Ehemanns. Nach dem Tod ihres zweiten Ehemanns bestritt sie den Lebensunterhalt ihrer Familie vollständig durch ihre eigene Arbeit. Erst in dieser Zeit publizierte sie unter ihrem eigenen Namen und etablierte sich als erfolgreiche Schriftstellerin und Journalistin.