meta-IFiF

Erste Station der Wanderausstellung eröffnet

Mit viel Polit-Prominenz aus Bund, Land und der Region Würzburg wurde die erste Ausstellung mit dem neuen „versäumten Bild“ von Barbara Thein (1775-1842) an der Universität Würzburg.

Eröffnung der Wanderausstellung: Versäumte Bilder in Würzburg; Dr. Sibylle Schmidt (Projektkoordinatorin "Wanderausstellung: Versäumte Bilder"), Gesine Born (Bildgenerierung und Gestaltung), Mareile Mansky (Universitätsarchiv Würzburg), Natalie Nikolaus (Mitarbeiterin im Büro der Universitätsfrauenbeauftragten), Prof. Dr. Helga Stopper (Universitätsfrauenbeauftragte) (von l.) vor dem "Versäumten Bild" von Barbara Thein
Dr. Sibylle Schmidt (Projektkoordinatorin "Wanderausstellung: Versäumte Bilder"), Gesine Born (Bildgenerierung und Gestaltung), Mareile Mansky (Universitätsarchiv Würzburg), Natalie Nikolaus (Mitarbeiterin im Büro der Universitätsfrauenbeauftragten), Prof. Dr. Helga Stopper (Universitätsfrauenbeauftragte) (von l.) © kompetenzz

Gut 50 Menschen aus der Universität und Region Würzburg und auch darüber hinaus nahmen an der feierlichen Eröffnung der ersten Station der „Wanderausstellung: Versäumte Bilder“ teil.

Besuchende der Ausstellungseröffnung
Ausstellungseröffnung an der Universität Würzburg. © kompetenzz

Vorgestellt werden innovative Frauen aus der Geschichte, die lange übersehen wurden. Dazu generiert die Fotografin und Wissenschaftskommunikatorin Gesine Born auf Grundlage historischer Quellen und mithilfe von KI neue Porträts, die die vergessenen Leistungen der Frauen würdigen. Mit jeder Station wächst die Ausstellung um ein neues “versäumtes Bild”. Mitarbeiter*innen der Institution recherchieren dafür nach überlieferten Fotografien oder anderen Abbildungen sowie nach Beiträgen dieser Frauen zu den wissenschaftlichen Abteilungen der Institution.  Die Universität Würzburg hat Barbara Thein (1775-1842) in diesem Rahmen ausgewählt. Sie ist die erste Frau, die an dieser Universität wissenschaftlich tätig war, zunächst als Assistentin des Naturforschers Joseph Bonavita Blank und später zunehmend eigenständig sowohl in der Lehre als auch weiterhin in der Präparierung und Konservierung zoologischer Sammlungen. Zu ihren Lebzeiten hatte sie sich weit über Würzburg hinweg wissenschaftliche Anerkennung erarbeitet, was sich allerdings nicht in einer festen Anstellung oder einem Gehalt von der Universität niederschlug.

Die Begeisterung von Forschungsministerin Dorothee Bär für das vom BMFTR geförderte Projekt war in ihrer Videobotschaft deutlich zu spüren. Dr. Karin Lobinger vertrat in einem Grußwort das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Für die Universität Würzburg begrüßten der Präsident, Prof. Dr. Paul Pauli, und Vizepräsidentin Prof.‘in Dr. Anja Schlömerkemper, die deutlich machten, dass die Sichtbarmachung weiblicher wissenschaftlicher Expertise ein wichtiges Anliegen der Universität ist. Bereits im Juli wurde eine Ausstellung am Zentrum für Geschichte der Psychologie, die Pionierinnen des Fachs vorstellt. Zweite Bürgermeisterin von Würzburg, Dr. Sandra Vorlová, und der Bürgermeister von Haßfurth, Michael Schlegelmilch, würdigten in ihren Grußworten Leben, Leistung und Vermächtnis von Barbara Thein, die 1775 in Haßfurth bei Würzburg geboren wurde. Dr. Vorlová wies besonders darauf hin, dass es Frauen im 18. und 19. Jahrhundert nicht an Intelligenz, Wissensdurst oder Ehrgeiz fehlten, um erfolgreich in der Wissenschaft Fuß fassen zu können, sondern an Rechten, Ressourcen und institutioneller Macht. Wer Anerkennung, Einkommen und Einfluss erlange, sei auch heute noch eine brisante Frage – und werde leider nicht zugunsten einer Chancengleichheit von Frauen entschieden. Die Strukturen, die Frauen hier ein Fortkommen erschweren, bestünden nach wie vor.  Die "Leaky Pipeline” zeige, der Frauenanteil in der Wissenschaft mit jeder Karrierestufe sinke.  Dies sei aber kein Naturphänomen, so Vorlová, sondern von Menschen gemacht und könne demnach auch von Menschen verändert werden.

Mareile Mansky, stellvertretende Leiterin des Universitätsarchivs, stellte ihre Recherche zu Leben und Leistungen von Barbara Thein vor. Sie führten dazu, dass bereits 2023 ein Weg auf dem Campus der Universität nach Thein benannt wurde. Mit dem neuen KI-generierten Porträt steht Barbara Thein in den nächsten Wochen nun einmal mehr im Rampenlicht und ermutigt, nach weiteren vergessenen Pionierinnen in der Geschichte der Institution zu suchen.

Gesine Born gibt den Besuchenden Einblicke in die Arbeit an den Porträts
Gesine Born: Einblicke in die Arbeit an dem Porträt von Barbara Thein. © kompetenzz

Dr. Sibylle Schmidt, Projektkoordinatorin „Wanderausstellung: Versäumte Bilder“, ordnete anschließend ein, wie dieses neue Teilprojekt des Metavorhabens meta-IFiF in die Förderrichtlinie „Innovative Frauen im Fokus“ passt: Als erste praktische Sichtbarkeitsmaßnahme, die vom Metavorhaben selbst durchgeführt wird, eignet sich die Wanderausstellung dazu, eine breitere Öffentlichkeit sowohl auf die gezeigten innovativen Frauen als auch auf die Projektergebnisse der Förderrichtlinie IFiF aufmerksam zu machen.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab Gesine Born Einblicke in ihre Arbeit am Porträt, das im regen Austausch mit der Leitung des Universitätsarchivs sowie der Universitätsfrauenbeauftragten Prof. Dr. Helga Stopper und Natalie Nikolaus gestaltet wurde.