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"Wanderausstellung: Versäumte Bilder" jetzt online entdecken

Die Porträts und Geschichten der "Wanderausstellung: Versäumte Bilder" sind jetzt auch online verfügbar. Eine tolle Möglichkeit, mehr über bislang unsichtbare Pionierinnen zu erfahren.

Bilder von der Website der Wanderausstellung: Versäumte Bilder

Die digitale Galerie macht Frauen mithilfe KI-generierter Porträts sichtbar, deren Leistungen lange übersehen, verdrängt oder anderen zugeschrieben wurden. Aktuell sind dort 17 Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen zu entdecken. Die Bilder wurden von der Fotografin und Wissenschaftskommunikatorin Gesine Born auf Grundlage historischer Quellen und mithilfe von Künstlicher Intelligenz geschaffen.

Mit jeder Station wächst sowohl die Wander- als auch die digitale Ausstellung um ein neues "versäumtes Bild". Dafür recherchieren die beteiligten Institutionen nach überlieferten Fotografien, anderen Abbildungen und biografischen Quellen zu einer Frau, die mit ihrer Geschichte oder ihrem Wirken mit der jeweiligen Einrichtung verbunden ist. Die Universität Würzburg, bei der die Wanderausstellung vom 17. September bis 26. Oktober 2026 zu sehen ist, hat dafür die Naturforscherin Barbara Thein (1775-1842) ausgewählt. Sie gilt als die erste dokumentierte wissenschaftlich tätige Frau der Universität. Trotz hoher fachlicher Anerkennung und Mitgliedschaften in renommierten naturwissenschaftlichen Gesellschaften musste sie jahrzehntelang um eine angemessene Bezahlung und institutionelle Anerkennung kämpfen.

Ebenfalls in der digitalen Galerie zu finden ist die Geschichte der Neonatologin Ingeborg Syllm-Rapoport (1912-2017). Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verweigerten ihr die Nationalsozialisten die Doktorprüfung, obwohl sie ihre Dissertation bereits eingereicht hatte. Nach Flucht, Neuanfang und einer bedeutenden Karriere in der DDR erhielt sie den Doktortitel schließlich im Alter von 102 Jahren.

Zu entdecken ist auch die Astronomin Maria Margaretha Winkelmann-Kirch (1670-1720), die 1702 als erste Frau einen Kometen entdeckte. Obwohl ihre wissenschaftlichen Leistungen anerkannt waren, wurde ihr eine offizielle Stellung an der Preußischen Akademie der Wissenschaften allein aufgrund ihres Geschlechts verwehrt.

Neben den Porträts bietet die Website Einblicke in die Entstehung der "versäumten Bilder", informiert über die Themen Sichtbarkeit, Gleichstellung und Künstliche Intelligenz und hält aktuelle Termine der bundesweiten Wanderausstellung bereit. Diese tourt von September 2026 bis April 2028 durch Deutschland und wächst an jeder Station um weitere Geschichten vergessener Pionierinnen.