Gender Award Gap: Mehr Chancengerechtigkeit bei Preisen

Wissenschaftliche Preise und Auszeichnungen tragen maßgeblich zur Sichtbarkeit und Anerkennung von Forschungsleistungen bei und können Karrieren entscheidend beeinflussen. Das IFiF-Projekt "GAP – Gender Award Gap" untersuchte, ob und in welchem Ausmaß Frauen bei wissenschaftlichen Auszeichnungen in der Medizin benachteiligt werden und welche Maßnahmen zu mehr Chancengerechtigkeit beitragen können.

Mehr Chancengerechtigkeit bei Preisen: Handlungsempfehlungen aus dem Projekt Gender Award Gap

Die Analysen der Preisvergaben medizinischer Fachgesellschaften zeigen ein differenziertes Bild: Zwar schließt sich der Gender Award Gap in vielen Bereichen zunehmend und bei einigen Nachwuchs- und Dissertationspreisen sind Frauen bereits angemessen oder sogar überproportional vertreten. Gleichzeitig bestehen in einzelnen Fachgebieten weiterhin deutliche Ungleichgewichte. Insbesondere renommierte Auszeichnungen werden in manchen Fachgesellschaften noch immer selten an Frauen vergeben. 

Das Projekt identifizierte verschiedene strukturelle Faktoren, die zu diesen Ungleichheiten beitragen können. Dazu zählen Altersgrenzen bei Preisen, die sich besonders auf Wissenschaftlerinnen mit familiär bedingten Karriereunterbrechungen auswirken können, eine geringere Sichtbarkeit von Forscherinnen in wissenschaftlichen Netzwerken sowie eine unzureichende Repräsentanz von Frauen in Preis- und Auswahlgremien. 

Handlungsempfehlungen 

  • Altershöchstgrenzen bei Preisen und Auszeichnungen abzuschaffen oder Familien- und Erziehungszeiten systematisch zu berücksichtigen. 
  • Forscherinnen gezielt zur Bewerbung auf wissenschaftliche Preise zu ermutigen und aktiv für Auszeichnungen vorzuschlagen. 
  • Preis- und Auswahlgremien diverser zu besetzen, um unterschiedliche Perspektiven in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. 
  • Die Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen durch eine stärkere Repräsentation in Preisnamen, Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Netzwerken zu erhöhen. 

Die Projektergebnisse verdeutlichen, dass mehr Geschlechtergerechtigkeit bei wissenschaftlichen Auszeichnungen nicht allein eine Frage individueller Leistungen ist, sondern auch von den Rahmenbedingungen der Preisvergabe abhängt. Durch gezielte strukturelle Anpassungen können Fachgesellschaften dazu beitragen, die Sichtbarkeit exzellenter Wissenschaftlerinnen zu stärken und Chancengerechtigkeit in wissenschaftlichen Karrieren zu fördern.