Spotlight on: WomenInQuantumTech
WomenInQuantumTechDas IFiF-Projekt untersucht, welche Mechanismen die Sichtbarkeit von Frauen in den Quantentechnologien fördern oder behindern. Dabei geht es auch um das Phänomen der Hypervisibilität.
Sichtbarkeit gilt in der Wissenschaft als wichtige Voraussetzung für Anerkennung und beruflichen Erfolg. Doch nicht jede Form der Sichtbarkeit ist hilfreich. Frauen in männlich dominierten Forschungsfeldern können besonders exponiert sein, stärker beobachtet oder kritischer bewertet werden, ohne dass ihre wissenschaftlichen Leistungen die entsprechende Anerkennung erfahren.
Mit diesem Spannungsfeld beschäftigt sich das IFiF-Forschungsprojekt WomenInQuantumTech. Es untersucht, warum Frauen in den Quantentechnologien häufig weniger sichtbar sind als ihre männlichen Kollegen, wie Sichtbarkeit im Forschungsalltag entsteht und welche fachkulturellen Praktiken sie fördern oder behindern. Qualitative Interviews, Fokusgruppen und teilnehmende Beobachtungen ermöglichen dabei unterschiedliche Einblicke in individuelle Erfahrungen, informelle Netzwerke sowie Arbeits- und Forschungskulturen.
Im Interview sprechen Prof. Dr. Martina Erlemann, Andrea Bossmann und Tamar Grosz über erste Erkenntnisse des Projekts, das Phänomen der Hypervisibilität und die Bedeutung sichtbarer Wissenschaftlerinnen als Vorbilder. Zugleich machen sie deutlich: Role Models allein reichen nicht aus. Damit mehr Frauen sich für die Quantentechnologien entscheiden und ihre Leistungen in dem Fach Anerkennung erfahren, braucht es strukturelle Veränderungen und eine gemeinsame Verantwortung von Führungskräften, Einrichtungen und Fachcommunities.